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Spielzeug und Clicker für Minischweine

Nichts ist wichtiger als Minischweinen auch Beschäftigung zu bieten. Denn ansonsten beginnen die Lieben in jungan Jahren alles zu zerstören und später werden faul und bleiben den ganzen Tag liegen. Es gibt viele Möglichkeiten Schweine zu beschäftigen, wobei ich hier ein wenig auf das Thema Clicker eingehen möchte.

Clickern - Was ist das ?

Die Methode wurde für Delphine entwickeln, da diese in Gefangenschaft zu wenig Beschäftigung hatten, man Sie nicht mit Druck ausbilden kann und Sie bei zu wenig intelligenter Beschäftigung zu Verhaltensstörungen neigen.

Nachdem Schweine auch sehr sehr intelligente Tiere sind, die in Gefangenschaft auch oft an Beschäftigungsmangel leiden und dann z.B. Ihren Garten umgraben und laufend Sachen zerstören, usw. ist das Clickern eine gute Möglichkeit sich mit dem Tier gemeinsam zu Beschäftigen. Das Spielen mit dem Clicker macht Ihnen und Ihrem Schwein sicherlich viel Spaß.

Karen Prior hat hier Pionierarbeit geleistet. Bei Delphinen übernimmt die Trillerpfeife die Funktion des Clickers. Viele Besucher von Delphinarien denken, dass die Meeressäuger auf den Pfiff hin aus dem Wasser springen, halten den Pfiff für das Kommando. Der Pfiff allerdings ist die BELOHNUNG. Er ist ein Versprechen, dass es gleich einen Fisch als Leckerchen gibt. Nicht nach jeder Übung, aber ganz bestimmt irgendwann.

Viele Schweinehalter sagen: "Wir wollen unser Schwein einfach nur Schwein sein lassen". Aber warum sollen gerade eine der intelligentesten und sozialsten Tierrassen nicht beschäftigt werden wollen ? Sie erziehen Ihren Hund, dass er Ihnen gehorcht, trainieren Ihre Pferde, sogar den Katzen bringen wir bei, dass Sie nicht die Vögel im Käfig fressen.

Clickern ist eine sanfte Dressur und funktioniert ganz anders als die konventionelle, bei der ich ein Tier durch irgendwelche Maßnahmen oder Lockreize dazu bringe, zu tun, was ich von ihm verlange. Dabei werden von Anfang an Hörzeichen und leider auch oft (wenn auch meist "sanfte") Gewalt eingesetzt. Häufig zeigen die Tiere das gewünschte Verhalten nur aus Angst, bestraft zu werden, wenn sie einen Fehler machen. Die ganze Körpersprache derart ausgebildeter Tiere spricht Bände. Solche Tiere bieten auch nichts von sich aus an, weil es im Zweifelsfall falsch sein könnte.
Beim Clickern kommen die Hörzeichen ganz zum Schluss. Und das sehen Anfänger häufig als Problem und haben Angst davor, sie müssten nun ein Leben lang mit dem Clicker herumlaufen. Dabei geht auch das sehr schnell. Bei den meisten Tricks kann man schon nach wenigen Minuten ein Hörzeichen einführen. Clickern verändert nicht nur die Tiere, sondern auch die Halter. Aus dem Beobachten, was ich denn an Fehlverhalten verhindern oder bestrafen könnte, wird ein Beobachten, was ich denn positiv bestärken und loben könnte. Das ist eine völlig andere Denkweise, die sich auch im Alltag niederschlägt. Derart ausgebildete Tiere bieten immer wieder Neues an, weil sie keine Angst vor Fehlern und vor Strafe haben.

Schweine achten trotz ihrer Kurzsichtigkeit fast noch mehr auf unsere Körpersprache. Gebe ich z.B. aus Versehen widersprüchliche Zeichen, sage "sitz", gebe aber das Handzeichen für "steh", dann wird Theo stehen und nicht sitzen. So kann man auch witzige Nummern einbauen für Kindervorführungen. Kinder lieben es, wenn Theo vermeintlich nicht gehorcht und lachen sich kaputt darüber…

Beispiel an der Übung "Sitz"

Konventionelle Ausbildung/Dressur: Ich hebe eine Leckerchen über den Rüssel des Schweins, drücke dessen Po nach unten sage "sitz". Irgendwann wird das Schwein verstehen, was ich will und sich zumindest dann hinsetzen, wenn ich ein Leckerchen in der Hand halte.

Beim Clickern: Ich beobachte mein Schwein und verstärke jede Bewegung in die richtige Richtung mit Click und Leckerchen. Erfahrene Schüler bieten relativ schnell hintereinander verschiedene Schritte an, für Neulinge ist diese Übung nur dann geeignet, wenn man ein Schwein hat, das ohnehin oft sitzt. Dann allerdings ist es eine Sache von Sekunden, bis sie es verstanden haben. So geht es am einfachsten; da sich ein Lebewesen niemals nicht verhalten kann, brauchen wir eigentlich nur zu warten, bis das Schwein von selbst sitzt und das Verhalten positiv verstärken.
Wenn man Schritt für Schritt vorgehen muss, dauert es rund 2 Minuten, bis das Tier sich freiwillig hinsetzt. Erst wenn diese Übung sicher gezeigt wird, führen wir ein Hörzeichen ein. Wenn die Übung klappt, brauchen wir übrigens später weder Clicker noch Leckerchen. Schweine lernen so gerne, dass sie oft "vergessen", dass es doch dafür eigentlich ein Leckerchen geben sollte.

Wie beginne ich am Besten ?

Clicker kaufen, Leckerchen bereit legen und los kann es gehen.

Sie können z.B. Zini Minis oder aber auch kleine Käsehäppchen (wesentlich gesünder) oder andere Leckerchen nehmen. Diese Leckerchen bekommen die Schweinchen ab jetzt nur noch beim Arbeiten, sonst nicht mehr.

Sagen Sie immer einen Schlüsselsatz, bevor Sie anfangen, damit die Tiere auch wissen, dass wir etwas tun wollen. Dieser Satz kann z.B. lauten "Anton, wir wollen jetzt Clickern".

Anfangs kommt man sich bei diesen Einladungssätzen etwas albern vor, aber sie verstehen es innerhalb kürzester Zeit, was gemeint ist und wissen spätestens beim dritten Mal Bescheid. Denken Sie an das Füttern. Unsere Tiere beginnen alle in den Stall zu laufen, wenn sie mich mit dem Kübel in der Hand sehen und ich in Richtung Stall gehe.

Wichtig ist die Reihenfolge beim Konditionieren: IMMER zuerst Click und dann ganz schnell ein Leckerchen vor den Rüssel werfen. Niemals umgekehrt. Bislang habe ich noch jedes Schwein innerhalb von höchstens 30 Sekunden konditioniert. Man merkt es daran, wenn man so etwa nach dem 10.-20. Click das Leckerchen ein kleines bisschen verzögert dem Tier gibt. Wenn das Schweinchen dann danach sucht, oder Euch erwartungsvoll anschaut, hat es verstanden.

Jetzt könnt Ihr schon mit einer ganz leichten Übung anfangen, einem Ball beispielsweise, den Ihr so dicht an das Schweinchen legt, dass es aus Versehen daran stoßen MUSS. Sofort gibt es Click und Leckerchen.

Haltet nach dem Konditionierungsvorgang bitte die Leckerchen nicht mehr in der Hand, sondern stellt sie in einer Schüssel ein paar Meter von Euch weg auf einen Tisch. Es gibt nämlich Schweine, die sonst gar nichts tun, sondern nur auf die Hand mit den Leckereien starren und das sollen sie ja nicht. Außerdem sollen sie lernen, dass zwischen dem Click und dem Leckerchen durchaus eine kleine Pause sein darf (nicht beim Konditionieren und nicht ganz am Anfang eines neuen Tricks) und es dann später auch nicht mehr nach jedem Click ein Leckerchen gibt.

Ihr werdet sehen, wie schnell Eure Schweinchen ganz eifrig und zielstrebig den Ball anstoßen werden. Wenn Ihr nun das zaghafte Anstoßen ein paar Mal beclickert habt, dann könnt Ihr anfangen, nur noch festeres Anstoßen zu beclickern. Und wenn das ständig gut klappt, der Ball munter durchs Wohnzimmer oder den Garten kullert, dann fangt Ihr an, wenn sich das Schwein in Richtung Ball bewegt, ein Hörzeichen einzuführen. Das kann schlicht "Ball" heißen, oder auch "schieß ein Tor".

Auf jeden Fall aber bekommt Euer Schweinchen ab jetzt nur noch den Click und die Belohnung, wenn Ihr vorher das Hörzeichen genannt habt. Und schon habt Ihr den ersten Trick einstudiert.

Übt niemals zu lange an einem Stück! Schweine bekommen schnell Langeweile, wenn sie ständig dasselbe machen sollen. Es ist Besser zweimal am Tag zehn Minuten, als eine halbe Stunde an einem Stück zu üben. Und immer Pausen machen. Eine Minute clickern, eine Minute Pause. Das Gelernte muss sich "setzen" können.

Weiteres ist es wichtig, dass Ihr mit Euren Schweinchen am Anfang immer alleine übt. Holt Euch das gewünschte Tier aus der Rotte und übt in einem eigenen Gehege.

Wenn sich der erste Erfolg zeigt, dann macht es Euch und dem Schweinchen sicher sehr viel Spaß und man baut dabei eine gute Beziehung auf.

Auch besteht die Möglichkeit mit zwei verschiedenen Clickern zu arbeiten, die jeweils einen unterschiedlichen Ton von sich geben. Je nachdem mit welchen Clicker Ihr dann clickt, muß das Tier ein anderes kleines Kunststück machen.

   

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